Softwaremodernisierung für Systeme, die weiterlaufen müssen
Software-Modernisierung bezeichnet die planmäßige Erneuerung bestehender Anwendungen, die betrieblich weiterhin gebraucht werden, deren Technologie, Architektur oder Wartbarkeit aber nicht mehr tragfähig ist. Als Legacy-System gilt dabei nicht jede alte Anwendung, sondern eine, die für den Betrieb wichtig und zugleich nur noch eingeschränkt veränderbar ist.
Das System, um das es geht, funktioniert vermutlich. Genau das ist das Problem: Es trägt das Tagesgeschäft, kennt Regeln, die niemand dokumentiert hat, und lässt sich nicht einfach abschalten. Deshalb lösen wir solche Systeme schrittweise ab – in Abschnitten, die einzeln in Betrieb gehen und einzeln zurückgenommen werden können.
Die Grundlage einer sicheren Modernisierung
Eine ehrliche Bestandsaufnahme, bevor ein Umsetzungsbudget entsteht
Eine Entscheidung zwischen sechs Wegen – nicht die Annahme, dass neu immer besser ist
Fachliche Schnitte, entlang derer Alt und Neu parallel laufen können
Datenmigration mit Bereinigung, Abgleich und Probeläufen
Betrieb und Weiterentwicklung, damit das neue System nicht zum nächsten Altsystem wird
Wenn Altsysteme bremsen: Warum Software-Modernisierung nicht warten kann
Über Jahre gewachsene Anwendungen tragen oft zentrale Prozesse und werden genau dadurch zum Engpass. Der Hersteller-Support endet, Sicherheitslücken bleiben offen und das Wissen über den Code liegt bei wenigen Personen. Cloud, moderne Schnittstellen oder KI lassen sich kaum anbinden. Eine gezielte Software-Modernisierung oder Anwendungsmodernisierung sichert daher Ihre Handlungsfähigkeit.
Wer ein Legacy-System oder Altsystem ablösen will, muss den laufenden Betrieb absichern, undokumentierte Geschäftslogik verstehen und uneinheitliche Daten bereinigen. Die Datenmigration entscheidet dabei über den Erfolg. Ob schrittweise Legacy-Migration oder vollständige Ablösung: Die passende Strategie hängt von Ihren Prozessen und Zielen ab.
Typische Herausforderungen
Der Support endet.
Betriebssystem, Datenbank oder Framework erhalten keine Sicherheitsupdates mehr – mit Folgen für Audits, NIS2 und DSGVO.
Das Wissen geht in Pension.
Ein oder zwei Personen verstehen das System wirklich.
Jede Änderung wird teuer und riskant.
Kleine Anpassungen dauern Wochen, weil niemand die Nebenwirkungen abschätzen kann.
Das System blockiert Vorhaben.
Portal, Schnittstelle oder KI-Anwendung scheitern daran, dass das Altsystem keine Daten herausgibt.
Ein Audit oder Vorfall erzwingt die Entscheidung.
Aus der langfristigen Frage entsteht ein kurzfristiges Problem.
Imendo begleitet Ihre Software-Modernisierung von der Bestandsaufnahme bis zum laufenden Betrieb. Wir analysieren Ihre bestehenden Anwendungen, entwickeln eine passende Modernisierungsstrategie und setzen sie Schritt für Schritt um, ohne Ihr Tagesgeschäft zu gefährden. Weil Softwareentwicklung und Datenmanagement bei uns aus einem Haus kommen, gelingen Legacy-Migration und Datenmigration aus einem Guss.
Modernisierungs-Check
Sie schildern uns Technologie, Anlass und Umfang Ihres Systems – Sie erhalten eine Ersteinschätzung, im anschließenden Strategie-Gespräch klären wir offene Fragen. Innerhalb von 10 Werktagen folgt der Modernisierungsplan: technische Bewertung, Code-Qualität, Datenbestand, Sicherheit und DSGVO, Aufwand und eine begründete Empfehlung entlang der sechs Wege.
Zielarchitektur & Weg
Wir entwerfen die Zielarchitektur, legen fachliche Schnitte fest und entscheiden je Teil des Systems, ob es gehalten, gekapselt, verlagert, überarbeitet, neu gebaut oder abgeschaltet wird. Modernisiert wird auf verbreitete, gut besetzbare Technologien – .NET, TypeScript mit React oder Angular, containerisiert auf Azure, STACKIT oder im eigenen Rechenzentrum.
Schrittweise Ablöse
Das neue System übernimmt Abschnitt für Abschnitt, das alte läuft parallel weiter, bis jeder Teil abgelöst ist. Das erste produktive Inkrement liefern wir typischerweise innerhalb von 90 Werktagen. Jeder Schritt ist rückholbar.
Datenmigration & Betrieb
Datenmigration als eigener Arbeitsstrang: bereinigen, abgleichen, Probeläufe, Archivierung. Danach Betrieb und Weiterentwicklung auf Azure, STACKIT oder im eigenen Rechenzentrum.
Sechs Systeme aus dem Altsystem
Betrieb sichern
Wir ändern nichts am System, sichern aber Betrieb, Backups und Vertretung ab. Sinnvoll, wenn Ihre Anwendung stabil läuft, kaum angepasst wird und kein Support-Ende droht.
Altsystem kapseln
Das Altsystem bleibt bestehen und erhält eine definierte Schnittstelle nach außen. Sinnvoll, wenn andere Vorhaben nur auf Daten oder einzelne Funktionen zugreifen müssen.
Plattform wechseln
Dieselbe Anwendung läuft in einer neuen Betriebsumgebung, etwa containerisiert oder in der Cloud. Sinnvoll, wenn nicht die Software das Problem ist, sondern Hardware, Rechenzentrum oder Plattform-Support.
Code erneuern
Wir erneuern Struktur und Technologie schrittweise, die Fachlogik bleibt erhalten. Sinnvoll, wenn die Fachlogik gut ist und die Anwendung wieder wartbar werden soll.
Neu entwickeln
Wir entwickeln eine neue Anwendung und lösen das Altsystem schrittweise entlang fachlicher Bereiche ab. Sinnvoll, wenn die Fachlogik überholt ist oder die Architektur nicht mehr trägt.
System abschalten
Wir legen das System still und archivieren die Daten revisionssicher. Sinnvoll, wenn die Funktion nicht mehr gebraucht wird oder anderswo abgedeckt ist.
Anwendungen auf auslaufenden Betriebssystemen, Datenbanken oder Frameworks wie dem .NET Framework werden auf eine unterstützte Basis gebracht.
Gewachsene Anwendungen
Kernsysteme, deren Fachlogik wertvoll ist, deren Code aber niemand mehr gefahrlos ändern kann, werden Schritt für Schritt überarbeitet.
Altsysteme als Datenquelle
Eine definierte Schnittstelle macht Daten für Portale, Dashboards und KI nutzbar, ohne das Altsystem sofort zu ersetzen.
Verlagerung des Serverraums
Anwendungen ziehen containerisiert nach Azure, STACKIT oder in ein Rechenzentrum der Verwaltung – mit wählbarer Souveränität.
Fachverfahren der Verwaltung
Ablöse im laufenden Publikumsverkehr: Umstellungen orientieren sich an Verfahrenszyklen, Barrierefreiheit und Protokollierung sind von Anfang an Teil der Zielarchitektur.
Stilllegung samt Archivierung
Anwendungen, deren Zweck längst anderswo abgedeckt ist, werden abgeschaltet – mit revisionssicherer Archivierung der Daten.
Software-Modernisierung mit Low-Code
Kleine Access- oder Excel-Lösungen lassen sich oft schneller mit Low-Code ablösen. Erfahren Sie alles rund um unsere Business-Apps.
So unterstützen wir Organisationen bei der Modernisierung
Wir waren überrascht, dass keines [der Tools] die Anforderungen der Kärntner Verwaltungsakademie abdecken konnte. Imendo hat jedoch eine schlanke und effektive Lösung entwickelt, die perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Unsere Erwartungen und Bedürfnisse hinsichtlich der Anpassung der Anwendung durch die Imendo GmbH wurden sehr gut erfüllt, sodass die Anwendung erfolgreich produktiv gesetzt werden konnte.
Wenn ein Support-Ende droht, Änderungen unverhältnismäßig teuer werden, das System andere Vorhaben blockiert oder das Wissen an Einzelnen hängt. Läuft ein System dagegen stabil, wird selten verändert und bleibt unterstützt, ist Weiterbetrieb oft die wirtschaftlichste Entscheidung.
Was ist ein Legacy-System?
Ein Legacy-System ist eine Anwendung, die für den laufenden Betrieb wichtig ist, sich aber nur noch eingeschränkt verändern lässt – etwa weil die Technologie keinen Support mehr erhält, die Architektur nicht mehr trägt oder das Wissen an wenigen Personen hängt. Alter allein macht eine Anwendung nicht zum Legacy-System.
Wie löst man ein Altsystem ab, ohne den Betrieb zu unterbrechen?
Schrittweise: Das neue System übernimmt entlang fachlicher Schnitte einen Abschnitt nach dem anderen, während das alte parallel weiterläuft. Jeder Abschnitt geht einzeln in Betrieb und kann einzeln zurückgenommen werden. Eine Stichtagsumstellung vermeiden wir, wo immer es geht.
Rehosting, Refactoring oder Neubau – was ist besser?
Das hängt vom Problem ab. Liegt es im Betrieb, reicht oft eine Verlagerung. Ist die Fachlogik gut, lohnt sich Überarbeiten. Ist sie überholt, ist Neubau sinnvoll. In der Praxis werden mehrere Wege kombiniert, weil unterschiedliche Teile eines Systems unterschiedliche Behandlung verdienen.
Wie werden Altdaten migriert?
Als eigener Arbeitsstrang von Beginn an: Daten sichten und bereinigen, Regeln für die Überführung festlegen, Probeläufe durchführen und Ergebnisse zwischen Alt- und Neusystem abgleichen. Kritisch sind selten die Daten selbst, sondern gewachsene Sonderfälle – deshalb gehört ein Datenqualitäts-Check an den Anfang.
Wie lange dauert eine Legacy-Ablöse?
Eine belastbare Bestandsaufnahme entsteht in wenigen Wochen, der erste abgelöste Abschnitt ist typischerweise innerhalb weniger Monate produktiv. Die vollständige Ablöse eines gewachsenen Kernsystems ist ein mehrstufiges Vorhaben – deshalb liefert jede Stufe für sich nutzbare Ergebnisse.